Der heutige Gottesdienst zum „Tag des Lebens“ und zum Vatertag
möchte uns daran erinnern, wie wertvoll, einzigartig und schützenswert unser menschliches Leben ist, und dies in all seinen Phasen,
vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Tod.
Gleichzeitig wissen wir unser menschliches Leben eingebunden in die große und wunderschöne Schöpfung Gottes –
auch hier gilt es heute mehr denn je, dass wir uns aktiv für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Im Vertrauen darauf, dass Gott es ist, der uns auf dem Weg unseres Lebens und in unseren Beziehungen begleitet, beginnen wir
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Guter Gott, wir danken Dir,
dass wir deine Nähe erfahren durften.
Wir danken dir auch für unsere Eltern, unsere Geschwister und Großeltern. Und für alle Menschen, bei denen wir uns geborgen fühlen.
Denn wir brauchen Menschen, die uns verstehen und trösten,
die uns etwas beibringen und die uns liebhaben.
Segne und behüte uns, damit wir unseren Weg gehen können.
Denn das hast du uns und allen Menschen zugesagt:
Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
Amen.
Du, der du Ursprung allen Lebens bist –
Herr, erbarme dich unser
Du, der du Mensch geworden bist und mit uns gehst –
Christus, erbarme dich unser
Du, der du mit deinem heiligen Geist die Schöpfung durchwirkst –
Herr, erbarme dich unser
Voll Vertrauen bringen wir unsere Bitten zu dir, Gott und Vater:
Für alle Kinder bitten wir: Stärke unsere Liebe und hilf uns, unsere Kinder von Anfang an behutsam ins Leben zu begleiten, sie anzunehmen, wie sie uns geschenkt werden – und schenke uns Einsicht und Geduld, verlässliche Erwachsene zu sein, die sich nicht um Antworten drücken.
Für alle Väter bitten wir - um die Einsicht, dass Zärtlichkeit und Fürsorge auch männliche Eigenschaften sind und dass eventuell nicht genutzte Zeit mit den Kindern unwiederbringlich ist.
Für alle werdenden Eltern bitten wir - um offene Ohren für die Anliegen
ihrer Kinder und um ein weites Herz
und für alle Familie bitten wir - um Freude aneinander und um ein gutes Auskommen miteinander und die Fähigkeit, einander immer wieder
zu verzeihen.
Für alle Väter, die freiwillig oder unfreiwillig von ihren Kindern getrennt sind, beten wir, dass eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden werden kann
und für Menschen, die keinen Vater kennen gelernt haben oder deren Vaterbeziehung abgeschnitten ist, beten wir, dass sie väterliche Wegweiser und Freunde finden.
Für unsere eigenen Väter bitten wir, dass sie Dank erfahren für alles Gute, das sie getan haben,
für alle alten Menschen bitten wir – um ein Leben in Würde bis zum Tod,
und für alle unsere lieben Verstorbenen bitten wir – um Geborgenheit und ewiges Leben bei dir.
Heiliger Geist, unsere Trösterin, du inspirierst unser Leben, du schenkst uns Mut und Kreativität. Du weißt: Nicht immer ist es leicht, ja zu sagen zu einem Kind, Verantwortung zu tragen, ohne zu wissen, was morgen wird. Wir bitten dich, durchdringe uns mit deiner Kraft und sei allen nahe, die vor einer schwierigen Entscheidung stehen.
Gott, unser Vater, du liebst uns ohne Unterschied.
Bestärke mit guten Gedanken alle Menschen,
die mit wachem Blick und großem Herz die Welt bereichern.
Schau barmherzig auf uns und hilf uns, das zu erkennen,
was uns verbindet, und das zu heilen, was uns trennt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Geschichte von der kleinen und der großen Hand
Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
„Du, große Hand, ich brauche dich, wenn ich wach werde,
wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
wenn ich meine ersten Schritte versuche
und du mich hältst, wenn ich zu dir komme,
weil ich Angst habe.
Ich bitte dich, bleib in meiner Nähe und halte mich.“
Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
„Du, kleine Hand, ich brauche dich,
das spüre ich, weil ich für dich sorgen darf,
weil ich mit dir spielen und lachen kann,
weil ich mit dir wunderbare Dinge entdecke,
weil ich deine Wärme fühle und dich lieb habe,
weil du ein Teil von mir bist.
Ich bitte dich, bleib in meiner Nähe und halte mich.“
Gerhard Kiefel
Herr, sie sind draußen, und ich kann sie nicht mehr behüten.
Je größer sie werden, umso weniger kann ich sie begleiten.
Sie gehen ihre eigenen Wege, und mir bleibt nichts,
als sie dir anzuvertrauen.
Gib ihnen gute Kameraden und Freunde,
die sorgsam mit ihnen umgehen.
Behüte sie im Verkehr, dass sie nicht in Gefahr geraten
und niemanden in Gefahr bringen.
Bewahre sie, dass sie nichts Unrechtes tun.
Gib vor allem, dass sie gerne wieder heimkommen,
dass sie sich auf ihr Elternhaus freuen und es lieben.
Gib, dass es mir gelingt, unser Haus freundlich zu machen.
Gib, dass sie nicht mit Angst an ihre Eltern denken,
auch dann nicht, wenn sie Unrechtes getan haben.
Erhalte ihnen das Vertrauen, dass dieses Haus immer für sie offen ist,
trotz all ihrer Fehler.
Und hilf uns, allen zu zeigen, was es heißt, zu Hause zu sein,
bei dir daheim, im Haus und am Tisch deines ewigen Reiches.
Amen.
Barmherziger, väterlicher Gott, du bist der Schöpfer allen Lebens.
Dein Segen gilt dem Leben von der Zeugung bis zum Tod.
Stärke uns heute mit deiner Gegenwart,
damit wir füreinander zum Segen werden können,
und unsere Beziehungen gelingen.
Segne unsere Füße und die Wege,
die wir gehen, damit sie Wege zu den Menschen und zu dir werden.
Segne unsere Hände und die Arbeit, die wir tun,
damit unsere Werke von deiner Schönheit erzählen.
Segne unseren Mund und unsere Stimme,
damit unsere Worte von deinem Frieden und deiner Freude verkünden.
Segne unsere Ohren und unsere innere Offenheit,
damit wir die Freuden, Sorgen und Ängste der Menschen wahrnehmen können.
Segne unsere Augen und die Bilder in uns,
damit wir Unrecht erkennen und deiner Gerechtigkeit dienen.
Segne unser Herz und unsere Empfindungen,
damit wir mitfühlen können, und Menschen durch uns etwas von deiner Liebe erahnen.
Das gewähre uns der uns liebende und begleitende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.